GLOBAL 2000 Studie – Energieeffizienz und Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude in Österreich

GLOBAL 2000 Studie - Energieeffizienz und Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude in Österreich

Eine Analyse von GLOBAL 2000 untersucht den Zustand öffentlicher Gebäude – von Amtsgebäuden über Schulen bis zu Bundesunternehmen – sowie Neubauten und Sanierungen der letzten zehn Jahre. Die Ergebnisse zeigen, dass öffentliche Gebäude in Österreich aktuell weder bei Energieeffizienz noch bei der Wärmeversorgung vorbildlich sind.

Zentrale Ergebnisse:

Fossile Heizsysteme

  • 23 % der öffentlichen Gebäudefläche werden noch mit Öl- oder Gasheizungen betrieben.
  • Besonders hoch ist der Anteil fossil beheizter Gebäude in Tirol (54 %), bei der ÖBB (51 %), ASFINAG (39 %) und beim Bund insgesamt (32 %), wobei das Justizministerium 44 % erreicht.
  • Positiv fällt Kärnten auf, das fast vollständig auf erneuerbare Heizsysteme umgestellt hat.

Energieeffizienz

  • 51 % der Gebäudefläche erreichen maximal Effizienzklasse C und gelten als sanierungsbedürftig.
  • 27 % fallen in die ineffizienten Klassen D bis G.
  • Nur ca. 5 % erreichen die besten Klassen A++, A+ oder A.
  • Besonders ineffizient sind Gebäude in Tirol (61 %), bei der ÖBB (58 %), beim Bund (48 %) und den Österreichischen Bundesforsten (46 %).

Neubauten und Sanierungen

  • Von 107 Neubauten (2015–2025) erreichen nur 28 % die Spitzenklassen A++, A+ oder A; 64 % liegen in Klasse B.
  • Einige Neubauten fallen in die Klassen C bis G.
  • Bei 97 umfassenden Sanierungen erreicht über ein Drittel nur Klasse C, 3 % nur Klasse D, und 14 % die Spitzenklasse A.

Sanierungsrate und Datenlage

  • Uneinheitliche oder fehlende Daten verhindern eine verlässliche Berechnung der Sanierungsrate.
  • Die EU-Vorgabe von 3 % jährlicher Renovierungsquote wird offenbar deutlich verfehlt.
  • Energiekennzahlen, Verbrauchsdaten und Informationen zu Sanierungen sind oft nicht zentral erfasst oder fehlen.

Politischer Handlungsbedarf

  • Österreich bleibt bei öffentlichen Gebäuden hinter den eigenen Klima- und Energiezielen zurück.
  • Raumwärme und Warmwasser machen rund 32 % des Endenergieverbrauchs aus.
  • Öffentliche Gebäude könnten als Vorbilder dienen.

GLOBAL 2000 empfiehlt:

  • Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED III)
  • Verbindliche Gebäudeinventare mit Energiekennzahlen
  • Pflicht zu Sanierungskonzepten für alle öffentlichen Gebäude
  • Steigerung von Sanierungsrate und Sanierungstiefe
  • Rascher Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen

Der öffentliche Sektor bleibt also deutlich hinter seiner Vorbildrolle zurück. Hohe fossile Anteile, unzureichende Energieeffizienz, niedrige Sanierungsraten und lückenhafte Daten verzögern Fortschritte. Ohne klare Vorgaben und konsequente Umsetzung könnten Klimaziele verfehlt werden und notwendige Investitionen verschoben bleiben.

LinkedIn