BAUZ! Workshop im Rahmen des EU-Life Projekts RENOINVEST
Wie können Investitionen in die Gebäudesanierung in Österreich wirksam aktiviert werden? Dieser Frage widmete sich ein BAUZ! Workshop im Rahmen des EU-Life-Projekts RENOINVEST unter dem Titel „Vom Action Plan zur Umsetzung: Investitionen in Sanierung aktivieren“. Veranstaltet wurde der Workshop von Renowave.at in Kooperation mit der Partnerorganisation IIBW.
Das Innovationslabor Renowave.at verfolgt das Ziel, die klimaneutrale Gebäude- und Quartierssanierung in Österreich deutlich zu beschleunigen. Neben technologischem Know-how braucht es dafür vor allem tragfähige Finanzierungsmodelle, passende politische Rahmenbedingungen sowie einen effektiven Wissenstransfer. Genau an dieser Schnittstelle setzte der Workshop an.
Aktuelle Herausforderungen in der Sanierung
In den Beiträgen wurde klar: Die Bau- und Immobilienbranche steht aktuell vor erheblichen Herausforderungen. Steigende Kosten, strengere Kreditvergaberichtlinien, fehlende Rücklagen, eine komplexe Förderlandschaft sowie bestehende wohnrechtliche Rahmenbedingungen erschweren die Umsetzung von Sanierungsprojekten.
Vom Action Plan zur Umsetzung

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse aus dem Projekt RENOINVEST sowie die Frage, wie die Maßnahmen des nationalen Action Plans in Österreich konkret umgesetzt werden können.
Der Action Plan ist ein strategischer Maßnahmenkatalog, der Investitionen in die Gebäudesanierung erleichtern und die Sanierungsrate erhöhen soll. Er basiert auf mehr als zwei Jahren Projektarbeit, umfassenden Stakeholder-Konsultationen sowie der Analyse von Marktbedingungen und Good-Practice-Beispielen. Ziel ist es, bestehende rechtliche, finanzielle und organisatorische Barrieren abzubauen und sowohl private als auch öffentliche Investitionen zu mobilisieren.
Im ersten Teil der Veranstaltung wurden zentrale Projektergebnisse vorgestellt. Vertreter:innen aus Politik, Forschung und Praxis gaben Einblicke in den österreichischen National Hub sowie in mögliche Maßnahmen zur Umsetzung des Action Plans. Ergänzend wurden bestehende Finanzierungsmodelle präsentiert und deren Potenziale sowie Grenzen diskutiert.
„Road to impact“: Gemeinsam Prioritäten setzen
Ein besonderer Fokus lag auf dem interaktiven Workshop-Teil „Road to impact“. In mehreren Thementischen arbeiteten die Teilnehmenden entlang der drei Bereiche
- Gesetzgebung
- Finanzierung
- Bewusstseins- und Wissenstransfer
an der Priorisierung konkreter Maßnahmen.
Dabei wurden Dringlichkeit und Umsetzbarkeit als zentrale Kriterien herangezogen. Ziel war es, konkrete nächste Schritte zu identifizieren – von sofort umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu langfristigen Strategien.
Der Workshop zeigte deutlich: Die Sanierung des Gebäudebestands ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur durch das Zusammenspiel von öffentlicher Hand, Finanzierungsakteuren, Immobilienwirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft können die notwendigen Investitionen mobilisiert und die Klimaziele erreicht werden.

Ein Blick nach vorne
Zum Abschluss stand die zentrale Frage im Raum:
„Wann braucht es jetzt was wirklich?“
Damit wurde der Fokus bewusst auf die nächsten Schritte gelegt. Der Workshop verstand sich nicht nur als Rückblick auf bisherige Ergebnisse, sondern als Ausgangspunkt für eine beschleunigte Umsetzung.
Warum der Endorsement Letter jetzt entscheidend ist
Die nachhaltige Sanierung des Gebäudebestands ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben. Damit aus Strategien konkrete Maßnahmen werden, braucht es ein starkes und sichtbares Commitment aus der Praxis.
Der Endorsement Letter zum National Action Plan im Rahmen von RENOINVEST bietet genau diese Möglichkeit: Organisationen erklären damit ihre Unterstützung für die vorgeschlagenen Maßnahmen und ihre Bereitschaft, aktiv zur Umsetzung beizutragen.
Je mehr Akteur:innen aus Bauwirtschaft, Immobiliensektor, Forschung, Planung, Finanzwelt, Verwaltung und Zivilgesellschaft den Letter unterzeichnen, desto größer wird die Wirkung:
- Mehr politisches Gewicht für den Action Plan
- Mehr Vertrauen in die Umsetzbarkeit
- Mehr Dynamik in der Realisierung konkreter Maßnahmen
Der Letter ist dabei nicht nur ein symbolisches Bekenntnis, sondern sieht auch konkrete Beiträge vor – von fachlichem Input über Beteiligung an Prozessen bis hin zur Mitwirkung an neuen Finanzierungs- und Umsetzungsmodellen.
Ein breites Bündnis ist entscheidend, um die vielfältigen Herausforderungen der Sanierung zu bewältigen und langfristig einen klimafitten, leistbaren und zukunftssicheren Gebäudebestand zu ermöglichen.
Präsentationsfolien zum Download
Die Präsentationsunterlagen des Workshops stehen hier gesammelt zur Verfügung: